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Wie
nennt ihr euch untereinander? Heinz und
Rolf?
H:
Nein, nein (Gelächter). Magnus und Nisse
(der schwed. Kosename für Nils,
d.Red.)
Und
wenn jemand Heinz und Rolf auf der Straße
ruft ...
H:
... drehen wir uns nicht um.
Wer
kam auf die Idee mit den deutschen
Künstler-Namen?
H:
Anfang der Achtziger war das in. Da mußte
man Künstlernamen haben und zwar
möglichst deutsche.
Wie
würdet ihr selbst eure Musik
beschreiben?
R:
Mauer-Power! H: Russian Roll!
Oder
Big Band-Sound?
R:
Wir wurden schon mit James Last
verglichen.
Welche
musikalische Ausbildung habt ihr? Eure Musik ist
sehr professionell.
R:
Ich werde Musiklehrer. Alle Musiker, die mit auf
Tournee sind, sind von der Königlichen
Musik-Akademie in Stockholm. Unsere CD haben wir
im Kleiderschrank eingespielt. Da ist so ein
prima Sound, der hat praktisch
Studio-Qualität.
Eure
musikalischen Vorbilder?
H:
Idole, Vorbilder oder so was haben wir nicht.
Und das ist für IFA vielleicht gerade
wichtig. Weil wir alles sowohl mit Liebe als
auch mit Verachtung mischen. Jedes Lied hat
seine eigene Inspirationsquelle. Wir nehmen
alles, von dem wir denken: das ist so eklig und
schlecht, das müssen wir
zerstören.
Ihr
vermittelt ein bestimmtes Bild der DDR
...
R:
Jaaa ... wir haben da irgendwie ein paar Sachen
aufgeschnappt. Als ich im Gymnasium Deutsch
hatte, haben wir mit ostdeutschen
Lehrbüchern für die Grundschule
gearbeitet, ursprünglich wohl für
Sieben- oder Achtjährige gedacht. Daraus
haben wir einen Teil der Informationen. Und aus
Zeitungen oder vielleicht mal etwas aus dem
Fernsehen. DDR-Experten sind wir deshalb aber
nicht. Uns hat einfach gefallen, wie skurril
alles miteinander verwoben ist &endash; peppige
Musik und dann dieses Steife, Ernsthafte,
Bürokratische.
Wann
habt ihr zum ersten Mal daran gedacht habt,
politische Texte und Parolen zu
verarbeiten?
R:
Das ist eine schwere Frage. Wir machen ja nichts
mit Politik &endash; wir machen Musik. Und das
mit diesen dummen Klischees, aber nur, weil sie
so gut zur Musik passen. Irgendwie sind die so
hohl und lächerlich.
Warum
aber auf deutsch? Hört sich das für
schwedische Ohren komisch an?
H:
Deutsch ist nahezu kongenial für unsere
Musik. Es würde einfach nicht gehen, zu
dieser Art Musik auf Englisch oder Schwedisch zu
singen. Für schwedische Ohren hört
sich Deutsch manchmal so absurd an. Ich
höre ein deutsches Wort, und dann muß
ich lachen. »Plastiktüte« oder
»Auspuff« zum Beispiel.Wir sammeln
solche Wörter.
Es
gibt ein deutsches Wort, »Ostalgie«
...
R:
... ja, ja, das kennen wir. Es gibt ja viele
Ostalgie-Parties und so was. Aber in Schweden
ist das völlig unbekannt. Und was wir
wollen, ist ja auch etwas ganz anderes: Wir
zeigen unsere absurde, komische DDR und nicht
die wirkliche. Wir wollen sie auch nicht wieder
aufbauen. Wir waren ja nicht traurig, als die
Mauer fiel und dachten: Ojojoj, was sollen wir
jetzt bloß singen!
Wie
reagiert das schwedische Publikum?
H:
Wir touren noch nicht in Schweden. Ganz
früher sind wir mal in einem Stockholmer
Jugendzentrum aufgetreten. Das war kein
großer Erfolg. Unser Publikum war durch
die Bank 14 Jahre alt, und dann kamen da so zwei
junge Kerle in Pullundern und sangen komische
Lieder auf Deutsch ...
Weiß
Silvia eigentlich von all dem?
R:
Hoffe ich nicht! (Spricht mit dem für die
Königin typischen deutschen Akzent)
»Hier ist Silvia, ich bin sehr empört
über das, was ich in der Zeitung
lese!«
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