The Golden Circle:

Minikarte: Golden Circle

Reykjavík - Thingvellir - Geysir - Reykjavík

(229 km)

Auf dem Golden Circle, einem Tagesausflug ab Reykjavík liegen die berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands: der alte Parlamentsplatz Thingvellir, das Thermalgebiet des Großen Geysir und der Wasserfall Gullfoss.


Von Reykjavík über die Ringstrasse nach N und auf der 36 zum See Thingvallavatn. Mit 83 km2 viertgrößter See des Landes, 114 m tief.

An seinem Nordufer liegt inmitten des ältesten Nationalparks des Landes (1928) Thingvellir, die Thingfelder, geologisch weltweit einmalige Sehenswürdigkeit und historisch bedeutsamster Ort Islands.

Thingvellir, die Thingfelder

Gute Aussicht über See, Talsenke und im N gelegenen Schildvulkan Skjaldbreidhur (1.060m) von Aussichtsplattform oberhalb der Schlucht Almannagjá. Einziger Ort der Erde, wo die Grenze zweier Erdplatten, der eurasischen im O und der amerikanischen im W sowie deren Verschiebung im Lauf von Jahrhunderten an der Oberfläche greifbar wird. Die Platten bewegen sich jährlich um 1 cm in jede Richtung. Die Talsenke verbreitert sich so seit Ende der Eiszeit. Gleichzeitig sinkt die Ebene kontinuierlich ab.

Die Thingfelder waren nach der Besiedlung des Landes die Keimzelle des mittelalterlichen Staates. 930 wurde hier der erste Althing, eine parlamentsartige Versammlung, einberufen, die einmal jährlich tagte (Blütezeit bis zum Verlust der Unabhängigkeit 1262, danach immer geringere Bedeutung, 1798 Auflösung). Thingvellir ist heute Islands meist besuchte touristische Attraktion und Schauplatz zahlreicher staatlicher Feierlichkeiten.

Über die 365 nach Laugarvatn (250 Ew.), "See der warmen Quellen", Schulort am Nordufer des Sees mit heißen Quellen und Dampfsauna. Hinrichtung des letzten katholischen Bischofs Islands, Jón Arnason 1541.

Zuerst die 37, dann die 35 führen Richtung O zum Thermalgebiet Geysir mit sprudelnden Springquellen und einer Vielzahl blubbernder Heißwasser- und Schlammpfuhle. Der Große Geysir, ursprünglich ein Eigenname, dann eine Bezeichnung für Springquellen generell, ist heute nicht mehr aktiv. Wenige Meter weiter jedoch schleudert Strokkur, "Butterfass", zuverlässig alle 5-10 Minuten kochendheißes Wasser bis zu 15 m in die Höhe. Absperrungen aus Sicherheitsgründen strikt beachten.

Der Wasserfall Gullfoss

Gullfoss, "Goldener Wasserfall", einer der schönsten Wasserfälle des Landes, fällt in zwei rechtwinklig versetzten Kaskaden auf breiter Front 32 m tief in eine 2,5 km lange Schlucht hinab. Die bis in die 70er Jahre bestehenden Pläne zur Errichtung eines Wasserkraftwerkes sind endgültig vom Tisch.

Nach S führt die 35 vorbei an Skálholt, Bischofssitz von 1056 bis 1785 und über Jahrhunderte geistiges, politisches und kulturelles Zentrum des Landes. Die heutige Kirche wurde 1956 zur 900-Jahr Feier gebaut. Besichtigung der dabei entdeckten Krypta mit Sarkophag von Bischof Páll Jónsson, um 1200.
Altarbild von Nína Tryggvadóttir und Kirchenfenster von Gerdhur Helgadóttir. Heute Musikhochschule mit Sommerkonzerten am Wochenende.

Selfoss (6.500 Ew), erst 1947 gegründet und schon größte Stadt Südislands, Verkehrsknotenpunkt und Dienstleistungszentrum für das landwirtschaftliche Umland. Heimatmuseum über Geschichte der Land- und Schafwirtschaft des Landes.

Direkt über die Ringstraße 1 nach Hvergerdhi oder mit Abstecher über die 33, 34 und 38 entlang der Küste. Thúrídharbúdh in Stokkseyri ist eine Fischerhütte, in der die Besatzung der offenen Ruderboote während der winterlichen Fangsaison hausten.

Bauernhof vor dem Seljalandsfoss

Eyrarbakki (530 Ew.) war um die Jahrhundertwende noch bedeutendster Handelsplatz des Landes nach Reykjavík. Blütezeit unter dänischen Kaufleuten vom 17.-19. Jahrhundert. Das am besten erhaltene Straßenbild Islands aus dem 19. Jahrhundert. Museum im schwarz geteerten Kaufmannshaus Húsidh (1765) neben der Kirche.

Thorlákshöfn (1.200 Ew.), Fährhafen Richtung Vestmannaeyjar.

Hveragerdhi (1.300 Ew.), Zentrum isländischer Treibhauskultur am Fuße des Vulkans Hengill. Die Erdwärme der zahlreichen heißen Quellen wird zur Beheizung der Gewächshäuser genutzt, in denen man Gemüse und Blumen für den eigenen Markt zieht. Cafe Eden unter Palmen, in der Ortsmitte unzählige dampfende Quellen und markierte Wanderwege durch das Gebiet des Hengill.